Bodenverfestigung

Was ist Bodenverfestigung?

Die Bodenverfestigung ist ein Verfahren zur Erhöhung der Tragfähigkeit eines Bodens oder Baustoffgemisches. Durch das Einmischen von Bindemittel wird dauerhaft die Widerstandsfähigkeit des Bodens gegen mechanische Beanspruchungen (z.B. Verkehr) erhöht und die Empfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen (Wasser, Frosteinwirkung) vermindert.

Die Bodenverfestigung von fein- und gemischtkörnigen Böden im Planum ist in der ZTV E-StB geregelt und kann bei der Bemessung bei der Dicke des frostsicheren Oberbaues mit max. 20 cm berücksichtigt werden.

Die Anforderungen einer Verfestigung von grob- und gemischtkörnigen Böden (nicht frostempfindlich, Frostempfindlichkeitsklasse F1) im Straßenoberbau werden in der ZTV – Beton und TL – Beton benannt.

Art und Menge des Bindemittels wird anhand von Eignungsprüfungen festgelegt. Die Ausstreumenge bleibt während der Bauausführung konstant; gegebenenfalls muss der Wassergehalt des Bodens bzw. des Boden-Bindemittel-Gemisches erhöht werden.

 

 

Entscheidend für die Wirksamkeit der Bodenverfestigung ist die Qualität der Mischung von Boden und Bindemittel. Hier können zwei Bauverfahren unterschieden werden:

1. Das Baumischverfahren (mixed in place)

Beim Baumischverfahren erfolgt die intensive Durchmischung von Boden, Bindemittel und dem notwendigen Zugabewasser durch spezielle Bodenfräsen.

Das Bindemittel wird im Vorwege durch hierfür konzipierte Streufahrzeuge auf dem vorbereiteten Planum ausgestreut bzw. kann es durch Kopplung von Bindemittelsilo mit der Bodenfräse das Bindemittel direkt in den Mischraum der Fräse zugeführt werden.

Die Einstellung des notwendigen Wassergehaltes des Bodens oder Baustoffgemisches ist ebenfalls vorher durch den Einsatz von Wasserwagen einzustellen. Auch hier besteht die Möglichkeit, das Wasser direkt dem Mischraum der Fräse zuzuführen.

2. Das Zentralmischverfahren (mixed in plant)

Das Einmischen des Bindemittels in den Boden oder in das Baustoffgemisch sowie die erforderliche Zugabe an Wasser erfolgt in einer ortsfesten Mischanlage. Je nach Bauart der Mischanlage können gegebenenfalls auch verschiedenen Körnungen zur Verbesserung der Sieblinie hinzugegeben werden.

Das so hergestellte Gemisch wird dann zur Einbaustelle transportiert und entsprechend den vertraglichen Anforderungen profiliert und verdichtet.


Literatur

  • ZTV - Beton StB 2009: Zusätzliche Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau; Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln; Ausgabe 2009 (FGSV 899)
  • ZTV E-StB 2009: Zusätzliche Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau; Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln; Ausgabe 2009 (FGSV 599)
  • TL – Beton: Technische Lieferbedingungen für Baustoffe und Baustoffgemische für Tragschichten mit hydraulischen Bindemitteln und Fahrbahndecken aus Beton, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln; Ausgabe 2007 (FGSV 891)
  • Merkblatt über Bodenverfestigung und Bodenverbesserung mit Bindemitteln; Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln; Ausgabe 2004(FGSV 551)
  • RSTO 01: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen; Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln; Ausgabe 2001(FGSV 499)
  • TP – Beton: Technische Prüfvorschriften für Tragschichten mit hydraulischen Bindemitteln und Fahrbahndecken aus Beton, Ausgabe 2010; FGSV (892).
  • TP BF-StB, Teil B 11.1: Eignungsprüfungen für Bodenverfestigung mit hydraulischen Bindemitteln, Ausgabe 2005.
  • TP BF-StB, Teil B 11.5: Eignungsprüfungen für Bodenverfestigung, Bodenverbesserung und qualifizierten Bodenverbesserung mit Baukalk, Ausgabe 1991.