Die Bodenbehandlung mit Bindemittel ist eine Bauweise um die Einbaufähigkeit und Verdichtbar­keit von Böden zu verbessern1 oder die bodenphysikalischen Eigenschaften von Böden hinsichtlich der Beanspruchung durch Witterung und Verkehr zu erhöhen2.

*1  Bodenverbesserung
*2  Qualifizierte Bodenverbesserung, Bodenverfestigung

Eine weiter Einsatzmöglichkeit ist die Einkapselung (Bindung) von Schadstoffen im Boden durch das Einmischen von geeigneten Bindemitteln.

Funktionen der GBB

• Die Überwachung Kontrolle der  zertifizierten Mitglieder der GBB hinsichtlich der Einhaltung der durch den Verein in den Güte- und Prüfbestimmungen gefaßten Qualitätsstandards durch die Mitglieder.

• Alle technischen und technologischen Erkenntnisse über die Bodenbehandlung mit Binde-mittel aus Wissenschaft und Forschung sowie der Erfahrungen aus dem konstruktiven Erdbau zu erfassen, auszuwerten und den Mitgliedern zur Verfügung stellen.

• Die Förderung und Sicherstellung des Erfahrungsaustausches zwischen den für die Baumaßnahmen zuständigen Behörden, den bauausführenden Unternehmen, den Bindemittelherstellern und den Forschungseinrichtungen.

• Die Förderung von Forschungsarbeiten und -projekten zur Weiterentwicklung der Bodenbehandlung mit Bindemittel.

• Die Fort- und Weiterbildung der Mitglieder in allen Fragen der Bodenbehandlung mit Bindemittel durch Schulung und Vortragsveranstaltungen.

• Die Mitglieder in sämtlichen, den Status der Gütegemeinschaft betreffenden Angelegenheiten in rechtlicher und technischer Hinsicht zu beraten.

• Den unlauteren Wettbewerb mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen sowie allen Verstößen gegen die Güte- und Prüfbestimmungen entgegen zu treten.

Ziele der GBB

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Zur Sicherstellung der hohen Qualitätsanforderungen an die Bauausführung der Bodenbehandlung mit Bindemittel hat sich die Gütegemeinschaft Bodenverfestigung Bodenverbesserung e.V. fol­gende Ziele gestellt.

• Das Verfahren der Bodenbehandlung mit Bindemittel in seiner Gesamtheit bekannt zu ma­chen und auf die notwendigen Qualitätsanforderung an die Bauvorbereitung und Bauaus­führung hinzuweisen.

• Hierzu strebt die GBB eine enge Zusammenarbeit mit Firmen und Organisationen an, die innovativ bei der Weiterentwicklung von Baumaschinen, Baustoffen und Verfahren zur Bodenbehandlung mit Bindemitteln tätig sind.

• Durch die Verleihung des Gütezeichens  RAL-GZ 503 durch die GBB, entsprechend der  vom Verein festgelegten Güte- und Prüfbestimmungen,  den hohen Qualitätsanforderun­gen an die Bauausführung gerecht zu werden.

Fachinfos

Was ist Bodenverbesserung?

Die Bodenverbesserung mit Bindemitteln ist ein Verfahren zur Verbesserung der Einbaufähigkeit und Verdichtbarkeit zu nasser fein- und gemischtkörniger Böden und Baustoffen sowie zur Erleichterung der Ausführung von Bauarbeiten. Die Reduktion des Wassergehaltes und die Strukturverbesserung des Bodens stehen im Vordergrund.

Art und Menge des Bindemittels wird durch Eignungsprüfungen festgelegt. Die jeweilige Ausstreumenge ist Abhängig vom vorhandenen Wassergehaltes des Bodens oder Baustoffes.

Was ist Bodenverfestigung?

Die Bodenverfestigung ist ein Verfahren zur Erhöhung der Tragfähigkeit eines Bodens oder Baustoffgemisches. Durch das Einmischen von Bindemittel wird dauerhaft die Widerstandsfähigkeit des Bodens gegen mechanische Beanspruchungen (z.B. Verkehr) erhöht und die Empfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen (Wasser, Frosteinwirkung) vermindert.

Die Bodenverfestigung von fein- und gemischtkörnigen Böden im Planum ist in der ZTV E-StB geregelt und kann bei der Bemessung bei der Dicke des frostsicheren Oberbaues mit max. 20 cm berücksichtigt werden.

Die Anforderungen einer Verfestigung von grob- und gemischtkörnigen Böden (nicht frostempfindlich, Frostempfindlichkeitsklasse F1) im Straßenoberbau werden in der ZTV – Beton und TL – Beton benannt.

Art und Menge des Bindemittels wird anhand von Eignungsprüfungen festgelegt. Die Ausstreumenge bleibt während der Bauausführung konstant; gegebenenfalls muss der Wassergehalt des Bodens bzw. des Boden-Bindemittel-Gemisches erhöht werden.

Was ist ein Baumischverfahren?
(mixed in place)

Beim Baumischverfahren erfolgt die intensive Durchmischung von Boden, Bindemittel und dem notwendigen Zugabewasser durch spezielle Bodenfräsen.

Das Bindemittel wird im Vorwege durch hierfür konzipierte Streufahrzeuge auf dem vorbereiteten Planum ausgestreut bzw. kann es durch Kopplung von Bindemittelsilo mit der Bodenfräse das Bindemittel direkt in den Mischraum der Fräse zugeführt werden.

Die Einstellung des notwendigen Wassergehaltes des Bodens oder Baustoffgemisches ist ebenfalls vorher durch den Einsatz von Wasserwagen einzustellen. Auch hier besteht die Möglichkeit, das Wasser direkt dem Mischraum der Fräse zuzuführen.

Was ist qualifizierte Bodenverbesserung?

Die Qualifizierte Bodenverbesserung ist ein Verfahren der Bodenverbesserung mit definierten Anforderungen an die bodenphysikalischen und bodenmechanischen Eigenschaften des verdichteten Boden-Bindemittel-Gemisches. Durch die Zugabe von Bindemittel wird die Frostbeständigkeit und die Tragfähigkeit des Bodens verbessert. Des Weiteren kann durch die Bindemittelzugabe die Kohäsion des Ausgangsbodens erhöht. Z.B. können geeignete Böden der Frostempfindlichkeitsklasse F3 durch eine qualifizierte Bodenverbesserung der Frostempfindlichkeitsklasse F2 zugeordnet werden.

Art und Menge des Bindemittels wird anhand von Eignungsprüfungen festgelegt. Die Ausstreumenge bleibt während der Bauausführung konstant; gegebenenfalls muss der Wassergehalt des Bodens bzw. des Boden-Bindemittel-Gemisches erhöht werden.

Was ist ein Zentralmischverfahren
(mixed in plant)

Das Einmischen des Bindemittels in den Boden oder in das Baustoffgemisch sowie die erforderliche Zugabe an Wasser erfolgt in einer ortsfesten Mischanlage. Je nach Bauart der Mischanlage können gegebenenfalls auch verschiedenen Körnungen zur Verbesserung der Sieblinie hinzugegeben werden.

Das so hergestellte Gemisch wird dann zur Einbaustelle transportiert und entsprechend den vertraglichen Anforderungen profiliert und verdichtet.

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Gütesicherung

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Die GBB gibt dem Auftraggeber ein wirksames Instrument zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit, Ausstattung und fachlicher Kompetenz der Fachfirmen an die Hand.

Ziel der Gütegemeinschaft ist es, die hohen Qualitäts-anforderungen an die fachgerechte Ausführung einer Bodenverfestigung / -verbesserung oder einer Immobilisierung von Schadstoffen im Boden über die Vergabe des Gütezeichens schon in den Angebotsbedingungen zur Bauausführung zu implementieren.

 

Seit 2005 vergibt die Gütegemeinschaft Bodenverfestigung Bodenverbesserung e.V. an ihre ordentlichen Mitglieder auf deren Antrag und nach erfolgter Erstprüfung, enstprechend der Güte- und Prüfbestimmungen, das RAL-Gütezeichen RAL-GZ 503.

Die Gütegemeinschaft Bodenverfestigung Bodenverbesserung e.V. hat zur Differenzierung vier Beurteilungsgruppen (BG) eingrerichtet:

 

• BG-BVF: Beurteilungsgruppe Bodenverfestigung

• BG-QBVB: Beurteilungsgruppe Qualifizierte Bodenverbesserung

• BG-BVB: Beurteilungsgruppe Bodenverbesserung

• BG-BUS: Beurteilungsgruppe Bodenbehandlung bei umweltrelevanten Inhaltsstoffen

 

Um als ordentliches Mitglied der Gütegemeinschaft die Zertifizierung für die jeweiligen Beurteilungsgruppen zu erhalten und führen zu dürfen, unterliegt man einem viergliedrigen Überwachungs- und Prüfsystem, bestehend aus:

 

• Erstprüfung

• Dokumentation der Eigenüberwachung gemäß den Vorgaben der Güte- und Prüfbestimmungen

• Fremdüberwachung

Wiederholungsprüfung

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