Nach dem Vorbild anderer Gütegemeinschaften soll den Auftraggeber ein wirksames Instrument zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit, Ausstattung und fachlicher Kompetenz der Fachfirmen an die Hand gegeben werden.

 

Ziel der Gütegemeinschaft ist es, die hohen Qualitätsanforderungen an die fachgerechte Ausführung einer Bodenverfestigung / -verbesserung oder einer Immobilisierung von Schadstoffen im Boden über die Vergabe des Gütezeichens schon in den Angebotsbedingungen zur Bauausführung zu implementieren.

 

Daher hat sich die Gütegemeinschaft im Jahr 2005 beim RAL um die Zuteilung eines entsprechenden Gütezeichens beworben. Nach einem umfangreichen Anhörungsverfahren mit den betroffenen Fach- und Verwaltungsgremien und der dadurch notwendigen Änderungen und Anpassungen der Güte- und Prüfbestimmungen für die Durchführung der Bodenbehandlung mit Bindemittel, erfolgte nach Einreichung und Genehmigung der Unterlagen beim RAL im November 2005 die Anerkennung.

Seit dem kann die Gütegemeinschaft Bodenverfestigung Bodenverbesserung e.V. an ihre ordentlichen Mitglieder auf deren Antrag und nach erfolgter Erstprüfung, enstprechend der Güte- und Prüfbestimmungen, das RAL-Gütezeichen RAL-GZ 503 vergeben.

 

 

Die Gütegemeinschaft Bodenverfestigung Bodenverbesserung e.V. hat zur Differenzierung vier Beurteilungsgruppen (BG) eingrerichtet:

 

  • BG-BVF: Beurteilungsgruppe Bodenverfestigung
  • BG-QBVB: Beurteilungsgruppe Qualifizierte Bodenverbesserung
  • BG-BVB: Beurteilungsgruppe Bodenverbesserung
  • BG-BUS: Beurteilungsgruppe Bodenbehandlung bei umweltrelevanten Inhaltsstoffen

 

Um als ordentliches Mitglied der Gütegemeinschaft die Zertifizierung für die jeweiligen Beurteilungsgruppen zu erhalten und führen zu dürfen, unterliegt man einem viergliedrigen Überwachungs- und Prüfsystem, bestehend aus:

 

  • Erstprüfung
  • Dokumentation der Eigenüberwachung gemäß den Vorgaben der Güte- und Prüfbestimmungen
  • Fremdüberwachung
  • Wiederholungsprüfung

 

1. Ersprüfung

Nach Antragstellung für die jeweilige Beurteilungsgruppe erfolgt die Erstprüfung.

Bei dieser Erstprüfung hat der Antragsteller die Qualifikation gemäß den Gütebestimmungen nachzuweisen und damit sicherzustellen, dass die personellen und betrieblichen Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Durchführung der Bodenverfestigung und Bodenverbesserung gemäß den Güte- und Prüfbestimmungen gegeben sind. Bestandteil der Erstprüfung ist eine Baustellenprüfung.

Für die Durchführung der Erstprüfung werden von der Gütegemeinschaft Sachverständige bzw. Prüfinstitute (nachfolgend kurz Fremdprüfer genannt) bestimmt. Diese müssen nach den Richtlinien der RAP Stra anerkannt sein.

 

2. Eigenüberwachung

Im Rahmen der Eigenüberwachung hat die zertifizierte Fachfirma ihre Leistungen, entsprechend der o.a Beurteilungsgruppen, auf Basis der Vorgaben der Güte- und Prüfbestimmungen zu kontrollieren, qualifiziert zu dokumentieren und mindestens fünf Jahre nach Abschluss der Arbeiten aufzubewahren.

Die Eigenüberwachung wird auf Grundlage der von der Gütegemeinschaft entwickelten Protokolle durchgeführt.

 

3. Fremdüberwachung

Bei der Fremdüberwachung handelt es sich um eine externe Kontrolle zur Überprüfung, ob die Anforderungen gemäß der Gütebestimmungen eingehalten werden. Der Fremdprüfer wird von der Gütegemeinschaft Bodenverfestigung Bodenverbesserung e.V. benannt.

Die Leistungen der ausführenden Fachfirma werden mindestens zweimal jährlich überprüft. Bei der Fremdüberwachung werden dem Prüfer die Ergebnisse und Aufzeichnungen der Eigenüberwachung vorgelegt. Neben der Kontrolle auf Vollständigkeit der Eigenüberwachungsunterlagen werden auf der Baustelle auch die gütegesicherten Leistungen des Fachunternehmens gemäß den Güte- und Prüfbestimmungen überprüft.

Gegenstand der Fremdüberwachung ist auch die Nachweisführung des Unternehmens hinsichtlich der kontinuierlichen Erfüllung der personellen und betrieblichen Voraussetzungen. Die Fremdüberwachung erfolgt während der betrieblichen Arbeitszeit im Betrieb und auf einer Baustelle des Gütezeichenbenutzers.

Das Gütezeichen führende Unternehmen hat der Gütegemeinschaft seine Baustellen schriftlich vor Beginn der Ausführung zu melden.

Über jede Prüfung erstellt der Fremdprüfer ein Protokoll, das er der Gütegemeinschaft und dem Gütezeichenbenutzer zusendet.

 

4. Wiederholungsprüfung

Werden im Rahmen der Fremdüberwachung vom Prüfer Mängel in der Gütesicherung beim Gütezeichenbenutzer festgestellt, kann der Güteausschuss der Gütegemeinschaft eine Wiederholungsprüfung festlegen. Umfang und Zeitpunkt der Wiederholungsprüfung werden vom Güteausschuss bestimmt. Wird die Wiederholungsprüfung wiederum nicht bestanden, entscheidet der Güteausschuss auf Basis der Durchführungsbestimmungen über das weitere Vorgehen.

 

 

pdf logo  Download: Güte- & Prüfbestimmungen, Ausgabe Juli 2010

 

 

 

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG - BSB gibt neuen Ratgeber heraus

In Zusammenarbeit mit RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. veröffentlicht der Bauherren-Schutzbund e.V. einen Ratgeber für private Bauherren zu RAL Gütezeichen. Mehr Informationen auf der BSB Webseite oder hier im downloadbaren PDF.

 

pdf logo  Download: Wegweiser für private Bauherren – RAL Gütezeichen